<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"><channel><title><![CDATA[Johann Steudle]]></title><description><![CDATA[Commoner, Rechtsanwalt und Ansprechpartner für transformatives Wirtschaftsrecht]]></description><link>https://johann-steudle.de/</link><image><url>https://johann-steudle.de/favicon.png</url><title>Johann Steudle</title><link>https://johann-steudle.de/</link></image><generator>Ghost 5.79</generator><lastBuildDate>Sun, 19 Apr 2026 01:03:31 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://johann-steudle.de/rss/" rel="self" type="application/rss+xml"/><ttl>60</ttl><item><title><![CDATA[Vertragstheorie weitergedacht]]></title><description><![CDATA[<p><br>F&#xFC;r einen Workshop zu Schnittmengen von Commoning und Rechten der Natur habe ich mit Leo Hennecke die bisherigen konzeptuellen Ans&#xE4;tze zum <a href="https://johann-steudle.de/vom-binnenvertrag-zum-commoners-agreement/" rel="noreferrer">&quot;Commoners&apos; Agreement&quot;</a> besprochen und ein wenig weitergedacht.</p><p>Es ging u.a. darum, wie Bed&#xFC;rfnisse der nicht-menschlichen Mitwelt in Vereinbarungen einflie&</p>]]></description><link>https://johann-steudle.de/vertragstheorie-weitergedacht/</link><guid isPermaLink="false">69cf4f431a1b800001a88141</guid><dc:creator><![CDATA[Johann Steudle]]></dc:creator><pubDate>Fri, 03 Apr 2026 05:32:09 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p><br>F&#xFC;r einen Workshop zu Schnittmengen von Commoning und Rechten der Natur habe ich mit Leo Hennecke die bisherigen konzeptuellen Ans&#xE4;tze zum <a href="https://johann-steudle.de/vom-binnenvertrag-zum-commoners-agreement/" rel="noreferrer">&quot;Commoners&apos; Agreement&quot;</a> besprochen und ein wenig weitergedacht.</p><p>Es ging u.a. darum, wie Bed&#xFC;rfnisse der nicht-menschlichen Mitwelt in Vereinbarungen einflie&#xDF;en k&#xF6;nnen und was commoning-orientierte &quot;Vertr&#xE4;ge&quot; voraussetzen, die auch in Krisenzeiten die Organisation gelingender Zusammenarbeit ohne R&#xFC;ckgriff auf staatliche Gewalt unterst&#xFC;tzen k&#xF6;nnten.</p><p>Das redigierte Transkript des Gespr&#xE4;chs ist jetzt hier ver&#xF6;ffentlicht:<br><a href="https://keimform.de/2026/die-vertragsform-kompostieren/?ref=johann-steudle.de">https://keimform.de/2026/die-vertragsform-kompostieren/</a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Austausch zum "juristischen Preppen"]]></title><description><![CDATA[<p></p><p>Im Nachgang zum <a href="https://kollapscamp.de/?ref=johann-steudle.de" rel="noreferrer">Kollaps-Camp</a> im August 2025 haben Kolleginnen, die vor Ort waren, unter dem Titel &quot;Preppen mit Recht: Wie wir solidarisch durch die Krise kommen&quot; ein paar erste Einsch&#xE4;tzungen zum aufkommenden Kollaps-Diskurs in Deutschland aus progressiv-rechtsanwaltlicher Sicht ver&#xF6;ffentlicht (ihr Artikel im RAV-Infobrief ist</p>]]></description><link>https://johann-steudle.de/prepp-jur-vernetzung/</link><guid isPermaLink="false">68f0c4631a1b800001a88033</guid><dc:creator><![CDATA[Johann Steudle]]></dc:creator><pubDate>Thu, 16 Oct 2025 10:36:07 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Im Nachgang zum <a href="https://kollapscamp.de/?ref=johann-steudle.de" rel="noreferrer">Kollaps-Camp</a> im August 2025 haben Kolleginnen, die vor Ort waren, unter dem Titel &quot;Preppen mit Recht: Wie wir solidarisch durch die Krise kommen&quot; ein paar erste Einsch&#xE4;tzungen zum aufkommenden Kollaps-Diskurs in Deutschland aus progressiv-rechtsanwaltlicher Sicht ver&#xF6;ffentlicht (ihr Artikel im RAV-Infobrief ist <a href="https://www.rav.de/publikationen/rav-infobriefe/infobrief-127-2025/preppen-mit-recht-wie-wir-solidarisch-durch-die-krise-kommen?ref=johann-steudle.de" rel="noreferrer">hier</a> frei online verf&#xFC;gbar).</p><p>Nach diesem ersten Aufschlag laden wir alle Interessierten ein, mit uns Kontakt aufzunehmen, in Austausch zu kommen und gemeinsam nachzudenken, wie wir als Jurist_innen im Angesicht sich zuspitzender Kollapserscheinungen Verdr&#xE4;ngung und Ohnmacht vermeiden und eine situationsangemessene Haltung und Ausrichtung f&#xFC;r unsere Rechtspraxis finden k&#xF6;nnen.</p><p><strong>Anfragen und Kontakt sind - solange wir keine eigene Internetpr&#xE4;senz haben - willkommen &#xFC;ber die </strong><a href="https://johann-steudle.de/kontakt/" rel="noreferrer"><strong>hier</strong></a><strong> genannten Kan&#xE4;le (Mail, LinkedIn, Mastodon)!</strong></p><p></p><p>Hier noch ein paar vorl&#xE4;ufige Thesen f&#xFC;r die anwaltliche &quot;Prepping&quot;-Arbeit angesichts absehbarer versch&#xE4;rfter klimatischer und gesellschaftlicher Krisenerscheinungen:</p><p><strong>Was macht kollapsbewusste und kollapsehrliche juristische Arbeit aus, die solidarische Krisenvorsorge und Kollapspolitik f&#xF6;rdert?</strong></p><ol><li>&quot;Hinschauen&quot;, d.h. informiert sein &#xFC;ber wesentliche Kollapserscheinungen, insbesondere Wissen und wissenschaftlich fundierte Prognosen zum bereits stattfindenden Klimawandel</li><li>&quot;Tell the truth&quot;: Besch&#xF6;nigenden Einsch&#xE4;tzungen nicht zustimmen und bewusst mit Impulsen der &quot;Abwehr&quot; umgehen (im Mandatsverh&#xE4;ltnis besonders herausfordernd); bei langfristigen rechtlichen und rechtspolitischen Einsch&#xE4;tzungen die (implizite) Annahme hinterfragen, dass mit einem &quot;Weiter so&quot; grundlegender klimatischer Bedingungen gerechnet werden kann</li><li>Im Angesicht von Kollapserscheinungen autorit&#xE4;ren Krisenreaktionen entgegentreten, mit denen erk&#xE4;mpfte Freiheitsrechte und soziale Rechte beschnitten werden</li><li>Resiliente Organisations- und Wirtschaftsformen auch rechtlich gestalten und absichern und Str&#xF6;mungen einer &quot;Postkollaps&#xF6;konomie&quot; juristisch unterst&#xFC;tzen</li><li>F&#xFC;r viele Menschen ist es &#xFC;berw&#xE4;ltigend, sich dem Schmerz &#xFC;ber kollabierende &#xD6;kosysteme und kollapsbegleitende Gewalterfahrungen allein und unvorbereitet zu stellen. Auch in Rechtsberatung und Rechtspolitik sind emotionale Resonanzr&#xE4;ume und Erlebnisse von Verbundenheit wichtig.</li></ol><p>Kollapsbewusste und kollapsehrliche juristische Arbeit wird uns vermutlich zu neuen rechtlichen Formen f&#xFC;hren. Inhaltlich werden vermutlich z.B. Katastrophenschutzrecht, verfassungsrechtliche Ausnahme- und Notstandsregelungen (vgl. die besondere Rolle des Zivil- und Bev&#xF6;lkerungsschutzes im neu gefassten <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_109.html?ref=johann-steudle.de" rel="noreferrer">Art. 109 Abs. 3 S.5 GG</a>) und (rechtliche) Gestaltungen von dezentraler lokaler Daseinsvorsorge und selbstorganisierten Subsistenznetzen eine wichtige Rolle spielen.</p><p></p><p><strong>Empfehlungen / Referenzen - work in progress</strong><br>(weitere Hinweise gern an <a href="https://johann-steudle.de/kontakt/" rel="noreferrer">mich</a>!)</p><p>zu 1. (Wissen und Prognosen &#xFC;ber Klimawandel):<br>Eine fr&#xFC;he gute Einf&#xFC;hrung f&#xFC;hrender Wissenschaftler*innen mit Pl&#xE4;doyer, sich auf Worst-Case-Szenarien vorzubereiten, bieten: Luke Kemp et al.: &quot;Climate Endgame: Exploring Catastrophic Climate Change Scenarios&#x201C;, in: Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) 119, 34 (2022) - im Sammelband &#x201E;Klima, Kollaps, Kommunikation&#x201C; (2024) in deutscher &#xDC;bersetzung <a href="https://klima-kollaps-kommunikation.de/beitraege/climate-endgame?ref=johann-steudle.de" rel="noreferrer">hier</a> frei verf&#xFC;gbar</p><p>zu 3. (Autorit&#xE4;ren und faschistischen Tendenzen entgegenwirken):<br>Grundlegend f&#xFC;r den deutschen Kontext: Arne Semsrott: &quot;Macht&#xFC;bernahme&quot; (2024) zu &quot;demokratischem Prepping&quot;</p><p>zu 4. (Kollapsresilientere Strukturen / Postkollaps&#xF6;konomie):<br>Grundlegend f&#xFC;r (kollaps)resiliente Wirtschaftsformen:<br>- die str&#xF6;mungs&#xFC;bergreifenden Formulierungen des Netzwerk &#xD6;konomischer Wandel (sog. &quot;drei Wege&quot;), online <a href="https://now-net.org/?ref=johann-steudle.de" rel="noreferrer">hier</a><br>- instruktiv zum Nachdenken &#xFC;ber und Formen von &quot;Postkollaps&#xF6;konomie&quot;: Andrea Vetter &amp; Matthias Fersterer: &quot;(Post-)Kollaps und gutes Leben f&#xFC;r alle&quot; (2024), online <a href="https://klima-kollaps-kommunikation.de/beitraege/post-kollaps-und-gutes-leben-fur-alle?ref=johann-steudle.de" rel="noreferrer">hier</a></p><p>Eine Sammlung von Ver&#xF6;ffentlichungen zum Bereich insgesamt gibt es hier:<br><a href="https://www.klimakollaps.org/bibliothek/category/alle-medien?ref=johann-steudle.de">https://www.klimakollaps.org/bibliothek/category/alle-medien</a></p><p>Beitr&#xE4;ge aus der &quot;solidarischen Kollapsbewegung&quot;:<br>- zu &quot;solidarischer Kollapspolitik&quot; grundlegend Tadzio M&#xFC;ller: &quot;Zwischen friedlicher Sabotage und Kollaps. Wie ich lernte, die Zukunft wieder zu lieben&quot; (2024), weitere Texte im <a href="https://steady.page/de/friedlichesabotage/about?ref=johann-steudle.de" rel="noreferrer">Online-Blog</a><br>- Cindy Peter (Scully): &quot;Zur Eigenst&#xE4;ndigkeit von Klimabewegung und Kollapsbewegung&quot; = Blogbeitrag vom Oktober 2025 <a href="https://steady.page/en/disrupt/posts/e9f57ac8-94ac-47c0-b045-d8d9744e5cf2?ref=johann-steudle.de" rel="noreferrer">hier</a>)</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Vereine als Rechtsform für "ideelles Wirtschaften"]]></title><description><![CDATA[<p><br>Seit dem sog. &quot;Kita-Urteil&quot; des BGH 2017 beobachte ich, wie innovative transformative Wirtschaftsformen die Form des eingetragenen Vereins (e.V.) zunehmend und vielf&#xE4;ltig f&#xFC;r ihre Zwecke nutzen. H&#xE4;ufig begegnen mir aber auch noch Mi&#xDF;verst&#xE4;ndnisse (z.B. dazu, wann</p>]]></description><link>https://johann-steudle.de/vereine-als-rechtsform-fur-ideelles-wirtschaften/</link><guid isPermaLink="false">686a28b37ea5db0001d359d7</guid><dc:creator><![CDATA[Johann Steudle]]></dc:creator><pubDate>Sun, 06 Jul 2025 07:41:47 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p><br>Seit dem sog. &quot;Kita-Urteil&quot; des BGH 2017 beobachte ich, wie innovative transformative Wirtschaftsformen die Form des eingetragenen Vereins (e.V.) zunehmend und vielf&#xE4;ltig f&#xFC;r ihre Zwecke nutzen. H&#xE4;ufig begegnen mir aber auch noch Mi&#xDF;verst&#xE4;ndnisse (z.B. dazu, wann eine  &quot;wirtschaftliche Ausrichtung&quot; nach &#xA7; 21 BGB die Eintragung unm&#xF6;glich macht) und Vorurteile (zB., dass f&#xFC;r kooperatives Wirtschaften pauschal die Genossenschaft die typischerweise passende Rechtsform ist).</p><p>Die Erfahrungen mit der Vereinsform aus den letzten Jahren Beratung im Netzwerk Solidarische Landwirtschaft habe ich in einem Merkblatt zu Papier gebracht, das jetzt hier online verf&#xFC;gbar ist: <a href="https://www.solidarische-landwirtschaft.org/fileadmin/media/solidarische-landwirtschaft.org/Solawis-aufbauen/Vorlagen-Dokumente/Vereine_als_Rechtsform_in_der_Solidarischen_Landwirtschaft_final.pdf?ref=johann-steudle.de">https://www.solidarische-landwirtschaft.org/fileadmin/media/solidarische-landwirtschaft.org/Solawis-aufbauen/Vorlagen-Dokumente/Vereine_als_Rechtsform_in_der_Solidarischen_Landwirtschaft_final.pdf</a></p><p>Die Hinweise zur Satzungsgestaltung und anderen Erkenntnisse k&#xF6;nnten auch f&#xFC;r andere gemeinwohlorientierte Wirtschaftsformen interessant sein und ich freu mich und bin sehr gern ansprechbar f&#xFC;r Austausch zur &#xDC;bertragung in andere Bereiche!</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Kostenmiete statt Vergleichsmiete?]]></title><description><![CDATA[<p><br>Neuigkeiten zur Wohngemeinn&#xFC;tzigkeit:</p><p>Laut <a href="https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhaben/Abteilungen/Abteilung_IV/20_Legislaturperiode/2024-06-05-JStG-2024/0-Gesetz.html?ref=johann-steudle.de" rel="noreferrer">Regierungsentwurf zum JStG 2024</a> wird ein neuer steuerbeg&#xFC;nstigter Zweck nach &#xA7; 52 AO geschaffen, die F&#xF6;rderung der verg&#xFC;nstigten Wohnraum&#xFC;berlassung an bestimmte Personengruppen. Der betroffene Personenkreis ist mit dem 5fachen Regelsatz gr&#xF6;&#xDF;er als bei</p>]]></description><link>https://johann-steudle.de/kostenmiete-statt-vergleichsmiete/</link><guid isPermaLink="false">667d49c755b187000100e43a</guid><dc:creator><![CDATA[Johann Steudle]]></dc:creator><pubDate>Thu, 27 Jun 2024 11:16:28 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p><br>Neuigkeiten zur Wohngemeinn&#xFC;tzigkeit:</p><p>Laut <a href="https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhaben/Abteilungen/Abteilung_IV/20_Legislaturperiode/2024-06-05-JStG-2024/0-Gesetz.html?ref=johann-steudle.de" rel="noreferrer">Regierungsentwurf zum JStG 2024</a> wird ein neuer steuerbeg&#xFC;nstigter Zweck nach &#xA7; 52 AO geschaffen, die F&#xF6;rderung der verg&#xFC;nstigten Wohnraum&#xFC;berlassung an bestimmte Personengruppen. Der betroffene Personenkreis ist mit dem 5fachen Regelsatz gr&#xF6;&#xDF;er als bei der Mildt&#xE4;tigkeit nach <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__53.html?ref=johann-steudle.de" rel="noreferrer">&#xA7; 53 AO</a>, d.h. hat Bez&#xFC;ge grob gesagt eher bis zu 2.500 statt 2.000 EUR monatlich.</p><p>Es sieht leider nicht nach einem &quot;gro&#xDF;en Wurf&quot; aus, aber gibt auch spannende Aspekte f&#xFC;r gemeinwohlorientierte Akteur*innen im Bereich:<br><br>Interessant z.B., dass eine &quot;verg&#xFC;nstigte&quot; &#xDC;berlassung auch dann vorliegen soll, wenn ein Mietzins &quot;nur die tats&#xE4;chlichen Aufwendungen einschlie&#xDF;lich der regul&#xE4;ren Absetzung f&#xFC;r Abnutzung deckt und keinen Gewinnaufschlag enth&#xE4;lt&quot; (S.186 der Begr&#xFC;ndung). Vielleicht ein Schritt zur Einsicht, dass die Ermittlung von Nutzungsentgelten f&#xFC;r Wohnraum nicht an durchschnittliche Mieth&#xF6;hen gekoppelt werden sollte. Gemeinwohlorientierte Wohnraumversorgung, die Wohnraum als Gemeingut und nicht als Ware behandelt, w&#xE4;re ja bed&#xFC;rfnisorientiert und sollte also tendenziell nicht den Marktzw&#xE4;ngen folgen m&#xFC;ssen. Konsequenz davon ist: Eine Vermietung an den beschriebenen Personenkreis zur Kostenmiete sollte dann logischerweise generell ohne negative steuerliche Konsequenzen m&#xF6;glich sein, auch wenn sie deutlich unter der vergleichbaren Marktmiete liegt.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Vom Binnenvertrag zum Commoners' Agreement?]]></title><description><![CDATA[<p></p><p>Aus der &quot;Alternativwirtschaft&quot; fr&#xFC;herer Jahre stammt die Praxis, dass Kollektive die Grundlagen ihrer Zusammenarbeit in einem internen Statut regeln. Solche &quot;Binnenvertr&#xE4;ge&quot; sollen oft bewusst als Gegenbild zum &quot;offiziellen&quot; rechtlichen Vereinbarungen (Satzungen, Gesellschaftsvertr&#xE4;ge) die &quot;eigentliche&quot; Grundlage eines</p>]]></description><link>https://johann-steudle.de/vom-binnenvertrag-zum-commoners-agreement/</link><guid isPermaLink="false">655d10e32e7b4b000118be2b</guid><dc:creator><![CDATA[Johann Steudle]]></dc:creator><pubDate>Tue, 21 Nov 2023 20:22:36 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Aus der &quot;Alternativwirtschaft&quot; fr&#xFC;herer Jahre stammt die Praxis, dass Kollektive die Grundlagen ihrer Zusammenarbeit in einem internen Statut regeln. Solche &quot;Binnenvertr&#xE4;ge&quot; sollen oft bewusst als Gegenbild zum &quot;offiziellen&quot; rechtlichen Vereinbarungen (Satzungen, Gesellschaftsvertr&#xE4;ge) die &quot;eigentliche&quot; Grundlage eines Betriebs oder einer Gemeinschaft festhalten. Das ist u.a. bei Kollisionen mit der Rechtslage problematisch (vgl. dazu Rupay Dahm in der CONTRASTE 2019: <a href="http://bis201908.contraste.org/index.php?id=397&amp;ref=johann-steudle.de">http://bis201908.contraste.org/index.php?id=397</a>).</p><p>Die DFG-Forschungsgruppe &quot;Recht &#x2013; Geschlecht &#x2013; Kollektivit&#xE4;t&quot; greift die rechtskritischen Erkenntnisse und Anliegen hinter Binnenvertr&#xE4;gen auf und gelangt zur konzeptionellen Idee des &quot;Commoners&apos; Agreement&quot;.</p><p>Ich verstehe das so: Wie im &quot;Gentlemen&apos;s Agreement&quot; entsteht Verbindlichkeit auch hier jenseits formal-staatlicher Regelungen, aber wird dort durch &quot;Commoning&quot; bewirkt, also nach Mustern gemeinsamen Handelns jenseits von Staat und Markt (vgl. Teil 3 in Bollier &amp; Helfrich 2019: <a href="https://band3.dieweltdercommons.de/?ref=johann-steudle.de">https://band3.dieweltdercommons.de/</a>). Der Bezug auf die Muster des Commoning weist &#xFC;ber den klassischen Binnenvertrag hinaus und &#xF6;ffnet die Perspektive u.a. auf</p><ol><li>die Offenheit der Vereinbarung, also das &quot;Gemeinsame&quot; im Gegensatz zur geschlossenen Gemeinschaft: Sie kann auch Kooperationspartner*innen und andere Beteiligte au&#xDF;erhalb einer Gemeinschaft verbinden;</li><li>die Einbettung der Vereinbarung im &quot;Au&#xDF;en&quot;, also die Verortung im Umfeld im Gegensatz zur Konzentration auf das Innenleben einer Gemeinschaft: Sie zeigt auch eine kooperative Haltung zu Wirtschaftspartner*innen und der nicht-menschlichen Mitwelt;</li><li>den Schutz vor kooperationshemmenden Einfl&#xFC;ssen, also eine St&#xE4;rkung von Schnittstellen und &quot;Membranen&quot; im Gegensatz zur Ausblendung &#xE4;u&#xDF;erer Einfl&#xFC;sse: Sie bem&#xFC;ht sich insbesondere um Kongruenz von inneren Vereinbarungen und Au&#xDF;enbeziehungen, insbesondere im Verh&#xE4;ltnis zur formalen Rechtslage.</li></ol><p>Dementsprechend werden die &quot;Commoner&quot; weder die rechtlichen Konsequenzen ihrer Vereinbarung ignorieren noch dem &quot;Rechtsfetisch&quot; verfallen. Auch zur Regelsetzung werden sie sich selbst aneignen (m&#xFC;ssen), was f&#xFC;r ihre Zwecke notwendig ist. Dazu geh&#xF6;rt, hilfreiche Rechtsgedanken auf ihre Situation zu &#xFC;bertragen und Hindernisse durch &quot;legal hacking&quot; zu &#xFC;berwinden. Daf&#xFC;r wird der Austausch mit Anderen n&#xF6;tig sein und Formen, wie &#xFC;ber eine Gemeinschaft hinaus Rechtswissen kooperativ produziert und weitergegeben werden kann. F&#xFC;r dieses &quot;Recht als Commons&quot; werden sich auch neue Formen entwickeln, also zB die vereinbarten Regeln mehr-als-schriftlich festgehalten und die Abl&#xE4;ufe (Versammlungen und Vertragsabschl&#xFC;sse) anders verk&#xF6;rpert werden.</p><p>Der Begriffsvorschlag ging von diesem Blogpost des Teilprojekt &quot;Mit Recht und jenseits des Rechts. Feministische Perspektiven auf Urban &amp; Housing Commons&quot; aus:<br><a href="https://genderblog.hu-berlin.de/commons-brauchen-geschlechterforschung-plaedoyer-fuer-einen-feministischen-ansatz/?ref=johann-steudle.de">https://genderblog.hu-berlin.de/commons-brauchen-geschlechterforschung-plaedoyer-fuer-einen-feministischen-ansatz/</a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Dimensionen kooperativen Wirtschaftens]]></title><description><![CDATA[<p>Was hei&#xDF;t &#x201E;kooperatives Wirtschaften&#x201C;? Auf der Teilgabe-Abschlusstagung hab ich diese drei Dimensionen herausgeh&#xF6;rt:</p><p>1) Wirtschaften, das das Zusammenwirken der Produzierenden f&#xF6;rdert, also f&#xFC;r alle Arbeitsbedingungen und Ertrag gut einrichtet und/oder Partizipation und Sinnhaftigkeit erfahrbar macht (&#x201E;interne Kooperation&#x201C;</p>]]></description><link>https://johann-steudle.de/dimensionen-kooperativen-wirtschaftens/</link><guid isPermaLink="false">64b1f55c2e7b4b000118be04</guid><dc:creator><![CDATA[Johann Steudle]]></dc:creator><pubDate>Sat, 15 Jul 2023 01:26:54 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Was hei&#xDF;t &#x201E;kooperatives Wirtschaften&#x201C;? Auf der Teilgabe-Abschlusstagung hab ich diese drei Dimensionen herausgeh&#xF6;rt:</p><p>1) Wirtschaften, das das Zusammenwirken der Produzierenden f&#xF6;rdert, also f&#xFC;r alle Arbeitsbedingungen und Ertrag gut einrichtet und/oder Partizipation und Sinnhaftigkeit erfahrbar macht (&#x201E;interne Kooperation&#x201C;); zB die herk&#xF6;mmliche Genossenschaftsbewegung</p><p>2) Organisationen oder einzelne vom Wirtschaften betroffene Gruppen gehen Kooperationsbeziehungen ein. Diese gehen &#xFC;ber das strukturelle Gegeneinander in der anonymen Marktlogik auch materiell hinaus, zB werden Kosten, Risiken und Ertr&#xE4;ge ausgehandelt (&#x201E;horizontale Kooperation&#x201C;); zB in sog. gemeinschaftsgetragenen Unternehmungen (&quot;Prosum&quot;, <a href="https://gemeinschaftsgetragen.org/?ref=johann-steudle.de">https://gemeinschaftsgetragen.org/</a>)</p><p>3) Die Wirtschaftenden richten sich bewusst auch gegen&#xFC;ber der umgebenden &#xD6;ffentlichkeit kooperativ aus, orientieren sich zB auf gemeinn&#xFC;tzige Zwecke oder UN-SDGs und/oder geben sich Strukturen, die der Gemeinschaft auf Kosten anderer (Externalisierung) entgegenwirken (&quot;vertikale Kooperation&quot;); zB sog. zivilgesellschaftliche oder gemeinwohlorientierte Unternehmen</p><p>Dachorganisationen wie das Solidarische Landwirtschaft e.V. (<a href="https://solidarische-landwirtschaft.org/?ref=johann-steudle.de">https://solidarische-landwirtschaft.org/</a>) oder B&#xFC;ndnisse wie NOW-NET (<a href="https://now-net.org/?ref=johann-steudle.de">https://now-net.org/</a>) sind offenbar wichtig, um die drei Ebenen zu verbinden. Und kooperative Wirtschaft kann wohl nur dann nachhaltig und konsistent sein, wenn sie auf allen drei Ebenen sozial innovativ ist.</p><p>Bedauerlich, dass &quot;Teilgabe&quot; nach dem Willen des BMBF nicht weiterforscht. Erkenntnisse zu Dachorganisationen regen den Austausch zur &quot;Strukturbildung&quot; in der kooperativen Wirtschaft an, wie auf der Bundesversammlung des kooperativen Wirtschaften des Institut f&#xFC;r &#xF6;kologische Wirtschaftsforschung &#xFC;berzeugend und praxisnah gezeigt wurde.</p><p><a href="https://www.teilgabe.net/deutsch/kooperatives-wirtschaften/zum-verst%C3%A4ndnis-kooperativen-wirtschaftens/?ref=johann-steudle.de">https://www.teilgabe.net/deutsch/kooperatives-wirtschaften/zum-verst&#xE4;ndnis-kooperativen-wirtschaftens/</a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Transformatives Recht?]]></title><description><![CDATA[<p></p><p>Ein Highlight aus 2022 zur Bedeutung von Recht f&#xFC;r die sozial-&#xF6;kologische Transformation war f&#xFC;r mich dieser Artikel:</p><p>In ZUR 9/2022 fragten Ginzky &amp; Ruppel nach &quot;Experimentierfreude, Innovation und Nachsteuerung durch &#x201E;transformatives&#x201C; Recht&quot;? (leider hinter Paywall, entdeckt im Reader zu</p>]]></description><link>https://johann-steudle.de/transformatives-recht/</link><guid isPermaLink="false">6437ca822e7b4b000118bc1c</guid><dc:creator><![CDATA[Johann Steudle]]></dc:creator><pubDate>Thu, 13 Apr 2023 09:27:39 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ein Highlight aus 2022 zur Bedeutung von Recht f&#xFC;r die sozial-&#xF6;kologische Transformation war f&#xFC;r mich dieser Artikel:</p><p>In ZUR 9/2022 fragten Ginzky &amp; Ruppel nach &quot;Experimentierfreude, Innovation und Nachsteuerung durch &#x201E;transformatives&#x201C; Recht&quot;? (leider hinter Paywall, entdeckt im Reader zu &quot;Transformationshoffnung Recht&quot;, <a href="https://www.greenlegal.eu/veranstaltungen/transformationshoffnung-recht/?ref=johann-steudle.de">https://lnkd.in/eeJSxDuc</a>).</p><p>Toll und selten ist, dass &#x201E;transformatives Recht&#x201C; nach den dort vorgeschlagenen &#x201E;f&#xFC;nf Herausforderungen&#x201C; (s.u.) mehr leistet als die im Umweltrecht herk&#xF6;mmliche blo&#xDF;e Vorsorge durch Regulation und Verbote. Es soll auch die Umgestaltung selbst experimentell erkunden und konstruktiv unterst&#xFC;tzen. &#x1F44D; </p><p>Kooperationen von relevanten Akteuren (z.B. Kammern und Berufsverb&#xE4;nden) sollen gezielt gef&#xF6;rdert werden, um Transformationskraft in einzelnen Sektoren &#x201E;freizusetzen&#x201C;. Das erinnert an die Konzepte der Ern&#xE4;hrungsr&#xE4;te (z.B. <a href="https://ernaehrungsrat-berlin.de/?ref=johann-steudle.de">Ern&#xE4;hrungsrat Berlin</a>) oder allgemeiner von <a href="https://wiki.p2pfoundation.net/Chamber_of_the_Commons?ref=johann-steudle.de">&quot;Chambers of Commons&#x201C; der P2P Foundation</a>.</p><p>Nachvollziehbar ist au&#xDF;erdem, dass transformatives (&#xF6;ffentliches) Recht nicht bei der Rahmensetzung f&#xFC;r einen &#x201C;freien Markt&#x201C; stehen bleibt und ggf. &quot;illegitime Aneignungen&quot; und &quot;ineffektive Systemlogiken&quot; einhegen muss, die die sozial-&#xF6;kologischen Krisen antreiben.</p><p></p><p>Will Recht den zur Transformation &#x201E;Willigen und F&#xE4;higen&#x201C; dennoch &#x201E;freisetzend&#x201C; und nicht behindernd entgegenkommen, m&#xFC;ssen wohl die staatlich garantierten wirtschaftlichen Freiheitsrechte grundlegend neu gedacht werden. Dazu wegweisend kann mE das &#x201E;Right to Commoning&#x201C; (nach <a href="https://www.bollier.org/?ref=johann-steudle.de">David Bollier</a> &amp; Weston) sein, also das Recht, kooperativ und selbstorganisiert zu wirtschaften bzw. Praktiken zu entwickeln, die jenseits der Verwertungslogiken von Markt und Staat erm&#xF6;glichen, mit Ressourcen suffizienter umzugehen. So verstandene Freiheitsrechte f&#xFC;r transformatives Wirtschaften m&#xFC;ssten angesichts der Klimakrise st&#xE4;rker beachtet und gesch&#xFC;tzt werden, ggf. auch durch eine angemessenere Abw&#xE4;gung mit kollidierenden Regulationen, bspw. behindernden Rechtsformzw&#xE4;ngen, Eigentumsrechten und Marktfreiheiten. Das w&#xE4;re dann wohl Aufgabe f&#xFC;r ein &quot;transformatives Wirtschaftsverfassungsrecht&quot;. Es bleibt also viel zu tun in 2023! &#x1F609; </p><p></p><p>Die f&#xFC;nf Herausforderungen f&#xFC;r &#x201E;transformatives Recht&#x201C; nach Ginzky/Ruppel (Zeitschrift f&#xFC;r Umweltrecht, 9/2022, S.450) sind:<br>- Vorsorgeorientierte Rahmensetzung zur Vermeidung inakzeptabler Risiken<br>- Minderung des Energie- und Ressourceneinsatzes<br>- F&#xF6;rderung von Innovationslogiken, dabei Exnovation von nicht-nachhaltigen Wirtschaftsweisen<br>- Erm&#xF6;glichung von Experiment/&#xDC;berpr&#xFC;fung/Anpassung<br>- Freisetzen von innovativem und gestaltendem Potential (Erm&#xF6;glichung und F&#xF6;rderung von &#x201E;Allianzen der Willigen und F&#xE4;higen&#x201C;)</p>]]></content:encoded></item></channel></rss>